30. Juli 2026 • Knowhow

Multisensorik im Ladenbau: Warum das Einkaufserlebnis über den Erfolg am Point of Sale entscheidet

Der stationäre Handel verfügt über einen entscheidenden Vorteil gegenüber digitalen Kanälen: Er kann Menschen mit allen Sinnen erreichen. Genau darin liegt eine grosse Chance für Unternehmen im Detailhandel. Denn Kundinnen und Kunden nehmen eine Verkaufsfläche nicht nur visuell wahr. Auch Materialien, Licht, Akustik, Düfte und die Warenpräsentation beeinflussen unbewusst, wie ein Geschäft erlebt wird.

Für den modernen Ladenbau bedeutet dies allerdings nicht, möglichst viele Reize gleichzeitig einzusetzen. Vielmehr geht es darum, ein stimmiges und markengerechtes Gesamterlebnis zu schaffen.

Erfolgreicher Ladenbau spricht alle Sinne an

Menschen nehmen ihre Umgebung ständig über alle Sinne wahr. Häufig sind wir uns dessen nicht bewusst. Aus den einzelnen Eindrücken entsteht ein Gesamtbild, das darüber entscheidet, ob wir uns an einem Ort wohlfühlen oder nicht.

Am Point of Sale (POS) zählt deshalb nicht ein einzelnes Gestaltungselement, sondern das Zusammenspiel aller Faktoren. Lichtkonzept, Materialisierung, Farben, Architektur und Warenpräsentation sollten dieselbe Botschaft vermitteln und die Positionierung der Marke unterstützen.

Weniger Reize sorgen oft für mehr Wirkung

Viele Verkaufsflächen versuchen, Aufmerksamkeit mit möglichst vielen Informationen, Aktionen und visuellen Reizen zu erzeugen. Studien zeigen jedoch, dass eine Überforderung schnell zu Unsicherheit und Orientierungslosigkeit führen kann. Erfolgreiche Retail-Konzepte zeichnen sich deshalb durch Klarheit und Struktur aus. Kundinnen und Kunden möchten sich intuitiv orientieren können und rasch erkennen, welche Produkte und Angebote für sie relevant sind.

Ein durchdachtes Ladenbaukonzept schafft genau diese Orientierung und sorgt dafür, dass sich Besucherinnen und Besucher länger im Geschäft aufhalten.

Was Sie auf Ihrer Verkaufsfläche konkret umsetzen können

Die Verkaufsfläche konsequent auf die Marke ausrichten
Die Verkaufsfläche sollte das Markenerlebnis konsequent widerspiegeln. Dazu gehören neben der Architektur auch die Materialwahl und die Präsentation der Waren. Je nach Markenpositionierung stehen dabei unterschiedliche Aspekte im Vordergrund: Während convenience-orientierte Konzepte auf Übersichtlichkeit, Effizienz und einfache Orientierung setzen, schaffen erlebnisorientierte Marken durch Atmosphäre, Inszenierung und emotionale Anreize ein besonderes Einkaufserlebnis.

Komplexität reduzieren
Zu viele Schilder, Dekorationen oder Aktionsflächen können die Kundschaft überfordern. Eine klare Struktur und eine gezielte Warenpräsentation schaffen Orientierung und verbessern das Einkaufserlebnis.

Den Kundennutzen sichtbar machen
Kundinnen und Kunden nehmen vor allem wahr, was für sie relevant ist. Deshalb sollte am POS nicht nur das Produkt, sondern auch dessen konkreter Nutzen kommuniziert werden. Das gelingt beispielsweise durch Bilder, Symbole oder Anwendungsbeispiele.

Ladenbau als strategisches Instrument verstehen

Genau hier setzt die Arbeit von SCS Storeconcept an: Erfolgreicher Ladenbau besteht nicht nur aus Einrichtung und Möblierung. Er schafft Verkaufswelten, welche die Marke erlebbar machen, Orientierung bieten und positive Emotionen auslösen.

Die wichtigste Erkenntnis dabei: Nicht das objektive Angebot bestimmt das Verhalten der Kundschaft, sondern die subjektive Wahrnehmung. Wer seinen Point of Sale konsequent aus Sicht der Kundinnen und Kunden gestaltet, stärkt langfristig die Attraktivität des stationären Handels.
 
Quelle: Mau/Schweizer/Oriet (2021): Multisensorik im stationären Handel. Grundlagen und Praxis der kundenzentrierten Filialgestaltung, Springer Gabler.